• beatereither

So fertige ich meinen Heilpflanzenschmuck

Ich wurde schon öfters vorsichtig gefragt, wie ich die Silberblätter fertige.

Sind sie nun eine Kopie oder ist da das echte Blatt drin - aber wie?


Ich werd jetzt einfach ein bisserl aus meinem magischen Silberkästchen plaudern...

So ein kostbarer kleiner Kraftspender hat eine zauberhafte Entstehung. Als erstes kommt der physikalische Prozess, dann der alchemistische.

Die Blättersuche mag ich besonders gern. Am besten gehts im Frühling, wenn alles so richtig in den Saft geht. Da sind die Blätter noch voll von Grünkraft! Sie duften besonders intensiv zu dieser Zeit - ja, auch Blätter duften ganz unterschiedlich, das ist mir auch erst mit der Zeit aufgefallen. Besonders kann mans am Bärlauch oder zum Beispiel der Knoblauchrauke riechen, aber habt ihr schon mal einen tiefen Zug an der würzigen Schafgarbe genommen, oder an einem irgendwie leicht nach Brot duftenden Hirtentäschelherzchen?

Ich achte auf eine gesunde, unversehrte Blattstruktur und kräftiggrüne Farbe, eine gefällige Symmetrie und spür mich rein, ob ich dieses Blatt auch nehmen darf von der jeweiligen Pflanze. Das mag vielleicht komisch klingen, aber es ist mir aus Achtsamkeitsgründen persönlich wichtig, das Lebewesen zu fragen, weil es ja nicht nur um die Schönheit, sondern auch um die Kraft geht, die im Silberblatt weiter leben soll.

Nach dem Pflücken halte ich mich nicht mehr lange auf, sondern gehe schnell ins Atelier, damit mir das Blatt nicht welk wird. Ich breite das Blättlein auf den gesäuberten staubfreien Tisch und beginne, hauchfein gemahlenes reines Silber, auch Silberton genannt, in vielen dünnen Schichten, etwa 20, aufs Blatt aufzutragen. Mit einem ganz feinen Pinsel streiche und drücke ich das Silber sanft in jede noch so kleine Vertiefung und Kerbe. Ich muss sehr exakt arbeiten, um genau an der Blattoberfläche zu bleiben und keinen Lufteinschluss zu riskieren. Dieser Vorgang dauert seine Zeit, ich teile ihn mir dann meist auf ein paar Tage auf. Das geht, denn nach den ersten paar Schichten Feinsilberton hat sich die Form bereits so stabilisiert, dass das Blatt in seiner Gestalt erhalten bleibt.

Jetzt kommt der alchemistische Prozess...

Vorsichtig gebe ich das bearbeitete Blatt in meinen Brennofen. Bei etwa 800 Grad dürfen die Silberschichten zusammensintern (verschmelzen) und ein stabiles Blatt aus reinem Silber ist nach dem Brennvorgang geboren. Während des Brennens glüht das Blatt in einem feurigen hellorange, die Blattrillen leuchten golden hervor. Nach dem Erkalten ist das Blatt von einer weißen Patina überzogen - so erkennt man übrigens nach dem Erhitzen, dass es sich um reines Feinsilber handelt. Das alte Grün ist zur weißen Asche verglüht und hat seine Kraft und Struktur ins Silber übertragen.

Die Kraftübertragung ist ein wichtiger Schritt. Dazu mache ich im Zuge des Brennvorgangs oder auch schon vorher beim Arbeiten ein kleines Ritual, gebe ein kleines Opfer und sage Dank an das Wesen, das nun im Silber wohnt.

Es ist eine richtig freudvolle, schöne, meditativ - magische Arbeit... und das Resultat lohnt sich.

Denn nur in Achtsamkeit, Liebe und Freude kann ein neuer kleiner Kraftspender behutsam auf die Welt geholt werden.


Alles Liebe,

eure Beate Helene


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